Die RoHS-Richtlinie (Restriction of Hazardous Substances) ist eine der grundlegenden Rechtsvorschriften für das Inverkehrbringen elektrischer und elektronischer Geräte auf dem Markt der Europäischen Union. Ihr Hauptziel ist die Beschränkung bestimmter gefährlicher Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten (EEE), was direkt zum Schutz der menschlichen Gesundheit und der Umwelt beiträgt. In der Praxis beeinflusst RoHS die Produktentwicklung, die Auswahl von Komponenten, die Lieferkette sowie den Konformitätsbewertungsprozess.
Rechtsgrundlage von RoHS in der EU
Die aktuell geltende Rechtsgrundlage ist die Richtlinie 2011/65/EU, allgemein als RoHS II bezeichnet, einschließlich späterer Änderungen und delegierter Rechtsakte der Europäischen Kommission. Die frühere Richtlinie 2002/95/EG hat heute nur noch historische Bedeutung und kann nicht mehr als Grundlage für die Konformitätsbewertung verwendet werden.
Im Jahr 2026 müssen Hersteller, Importeure und andere Wirtschaftsakteure, die Produkte auf den EU-Markt bringen, die aktuelle Fassung der Richtlinie 2011/65/EU unter Berücksichtigung aller Erweiterungen der Stoffliste sowie Ausnahmen anwenden.
Was gilt als EEE?
EEE umfasst elektrische und elektronische Geräte, deren ordnungsgemäße Funktion von elektrischer Energie oder elektromagnetischen Feldern abhängt. Dazu zählen auch Geräte zur Erzeugung, Übertragung und Messung von elektrischem Strom.
Die RoHS-Richtlinie gilt für Produkte, die für den Betrieb mit einer Spannung bis zu 1000 V Wechselstrom oder 1500 V Gleichstrom ausgelegt sind. Damit betrifft sie den Großteil der elektrischen und elektronischen Geräte auf dem europäischen Markt, von IT-Geräten über Haushaltsgeräte bis hin zu Industrieanlagen und Mess- und Kontrollgeräten.
Durch RoHS beschränkte Stoffe
Gemäß RoHS II ist die Verwendung von sechs Stoffen eingeschränkt:
- Blei
- Quecksilber
- Cadmium
- sechswertiges Chrom
- polybromierte Biphenyle (PBB)
- polybromierte Diphenylether (PBDE)
Die zulässige Konzentration dieser Stoffe beträgt 0,1 Gewichtsprozent in homogenen Materialien, für Cadmium gilt ein Grenzwert von 0,01 Gewichtsprozent.
Erweiterung der Stoffliste
Durch die delegierte Richtlinie (EU) 2015/863 wurde die RoHS um vier Phthalate erweitert: DEHP, BBP, DBP und DIBP. Diese Beschränkungen gelten seit 2019 und unterliegen ebenfalls einem Grenzwert von 0,1 Gewichtsprozent in homogenen Materialien.
In der Praxis bedeutet dies, dass Hersteller im Jahr 2026 insgesamt zehn beschränkte Stoffe berücksichtigen müssen – sowohl bei der Produktentwicklung als auch bei der Auswahl von Materialien und Komponenten.
Bedeutung von RoHS für Hersteller außerhalb der EU
Obwohl RoHS eine EU-Vorschrift ist, hat sie globale Auswirkungen. Jeder Hersteller außerhalb der EU, der elektrische oder elektronische Geräte auf den europäischen Markt bringt, muss die Anforderungen der Richtlinie erfüllen. Dazu gehören die Erstellung der technischen Dokumentation, die Ausstellung der Konformitätserklärung sowie der Nachweis, dass die Grenzwerte für Stoffe auf Ebene homogener Materialien eingehalten werden.
Eine Nichteinhaltung kann zu Verkaufsverboten, Produktrückrufen und administrativen Sanktionen führen.
Wie bereitet man sich auf die Einhaltung der RoHS-Anforderungen vor?
Die Einhaltung von RoHS erfordert nicht nur Kenntnisse der Vorschriften, sondern auch einen praktischen Ansatz. Dazu gehören Risikoanalysen, Lieferantenmanagement sowie die Überprüfung von Komponenten. In vielen Fällen führen Unternehmen Laborprüfungen durch, analysieren Lieferantendokumentationen und erstellen Konformitätserklärungen.
Wenn Sie sicherstellen möchten, dass Ihre Produkte die aktuellen RoHS-Anforderungen in der EU erfüllen, lohnt sich die Unterstützung durch Spezialisten. So können Fehler vermieden und die Markteinführung beschleunigt werden.
RCC bietet Unterstützung im Bereich RoHS, indem der Anwendungsbereich der Richtlinie analysiert und die Dokumentation bewertet wird. Darüber hinaus hilft RCC bei der Erstellung der Konformitätserklärung sowie bei der Zusammenarbeit mit Prüflaboren. Kontaktieren Sie RCC, um Ihre Produkte sicher auf den Markt der Europäischen Union zu bringen.