In der EPREL-Datenbank muss eine vollständige technische Dokumentation des Produkts hinterlegt werden. Dazu gehören vor allem das Produktdatenblatt, das Energieetikett sowie Berichte aus Laborprüfungen. Darüber hinaus müssen die angegebenen Parameter auf Prüfungen basieren, die gemäß den geltenden Normen durchgeführt wurden, und eine Beschreibung der angewandten Mess- und Berechnungsmethoden enthalten. Zusätzlich ist ein Nachweis erforderlich, dass die Anforderungen des Ökodesigns erfüllt sind. Alle Daten müssen konsistent sein, da die Marktüberwachungsbehörden auf dieser Grundlage die Konformität des Produkts mit den Vorschriften der Europäischen Union überprüfen.
Was ist EPREL?
EPREL (European Product Database for Energy Labelling) ist eine EU-Datenbank für Produkte mit Energiekennzeichnung, die von der Europäischen Kommission betrieben wird.
Es handelt sich um ein öffentlich zugängliches Register mit Informationen unter anderem zu Haushaltsgeräten, Lichtquellen, Klimaanlagen und anderen Geräten, das seit dem 1. Januar 2019 besteht. Die Registrierung von Produkten in EPREL ist für Hersteller und Importeure verpflichtend, die diese auf dem EU-Markt in Verkehr bringen.
Die Datenbank ermöglicht Verbrauchern den Zugang zu Energieetiketten und Produktdatenblättern. Gleichzeitig enthält sie einen geschlossenen Bereich für Marktüberwachungsbehörden.
Derzeit sind in EPREL mehrere hunderttausend LED-Lichtquellen registriert, wobei ein Großteil der Produkte den Energieklassen F, G und E zugeordnet ist.
Pflicht zur Bereitstellung der technischen Dokumentation
Gemäß der Verordnung (EU) 2019/2015 ist jeder Hersteller oder Importeur, der eine Lichtquelle – entweder als eigenständiges Produkt oder als Bestandteil eines anderen Produkts – auf den Markt bringt, verpflichtet, eine vollständige technische Dokumentation in der EPREL-Datenbank zu hinterlegen. Daher sollte bereits in der Phase der Markteinführung sichergestellt werden, dass alle erforderlichen Daten und Dokumente korrekt zusammengestellt sind.
In der Praxis kommt es jedoch häufig vor, dass die Dokumentation unvollständig ist oder Fehler enthält. Dies liegt meist nicht an mangelnder Sorgfalt, sondern an organisatorischen und technischen Problemen sowie an einer falschen Auslegung der Vorschriften. Zusätzlich erhöht das Fehlen geeigneter interner Prozesse das Risiko von Fehlern bei der Registrierung in EPREL.
Häufige Ursachen für Fehler in der Dokumentation
1. Fehlende inhaltliche Prüfung bei der Registrierung
EPREL basiert auf einem deklarativen System. Es überprüft die Vollständigkeit der Felder, jedoch nicht die inhaltliche Richtigkeit der Daten. Eine Kontrolle erfolgt erst durch Marktüberwachungsbehörden oder im Rahmen von Laborprüfungen.
2. Übernahme von Marketingdaten
Häufig werden Daten aus Katalogen, Webseiten oder Präsentationen übernommen, anstatt aus Prüfberichten. Solche Informationen erfüllen in der Regel nicht die rechtlichen Anforderungen.
3. Zeitdruck
Produkte müssen vor dem Inverkehrbringen registriert werden, weshalb dies oft ohne vollständige Dokumentation erfolgt.
4. Fehlendes Wissen oder falsche Auslegung der Vorschriften
Nicht alle Unternehmen kennen die Anforderungen an Prüfungen, Normen und Berechnungsmethoden im Detail.
5. Unvollständige Dokumentation von Lieferanten außerhalb der EU
Oft werden nur verkürzte Berichte bereitgestellt, die nicht den europäischen Anforderungen entsprechen.
Bewusste Manipulation von Parametern
In einigen Fällen werden technische Daten absichtlich angepasst, um eine bessere Energieklasse zu erreichen oder Mindestanforderungen zu erfüllen.
Solche Praktiken verstoßen gegen EU-Recht und können folgende Konsequenzen haben:
- finanzielle Sanktionen
- Rücknahme des Produkts vom Markt
- Verpflichtung zur Korrektur der Daten in EPREL
Anforderungen an Prüfungen und Dokumentation
Die Verordnung (EU) 2019/2015 legt im Anhang VI den genauen Umfang der technischen Dokumentation fest, die in EPREL hinterlegt werden muss.
Die angegebenen Produktparameter müssen auf realen Laborprüfungen basieren, die gemäß den geltenden Normen durchgeführt wurden. Es dürfen keine Messungen an einzelnen Exemplaren sein. Die Prüfungen müssen an einer repräsentativen Stichprobe durchgeführt werden, um verlässliche, durchschnittliche Ergebnisse zu erhalten.
In der Praxis können einzelne Produktionschargen oder sogar einzelne Produkte innerhalb einer Charge unterschiedliche Parameter aufweisen. Dies unterstreicht die Bedeutung korrekt durchgeführter Prüfungen und einer vollständigen technischen Dokumentation.
Welche Dokumentation muss in der EPREL-Datenbank hinterlegt werden?
Vor der Eingabe der Daten in EPREL sollte der Hersteller oder Importeur über folgende Dokumente und Informationen verfügen:
- Vollständiges Produktdatenblatt (Product Information Sheet)
- Laborprüfberichte gemäß den geltenden Normen
- Prüfergebnisse basierend auf einer repräsentativen Stichprobe, nicht auf einem Einzelstück
- Beschreibung der angewandten Mess- und Berechnungsmethoden
- Dokumentation zur Bestätigung der Einhaltung der Ökodesign-Anforderungen
- Vollständige Produktidentifikation, einschließlich Modell, Varianten und Chargennummern
Das Vorliegen dieser Dokumentation vor der Registrierung reduziert das Risiko von Fehlern, Datenkorrekturen und Problemen bei Kontrollen erheblich.
Probleme mit einseitigen Dokumenten
Häufig werden sogenannte einseitige Dokumente verwendet, die nur grundlegende Messergebnisse enthalten, oft aus Messungen in einer Ulbricht-Kugel.
Solche Dokumente enthalten in der Regel nicht:
- eine vollständige Produktidentifikation
- eine Beschreibung der Prüfbedingungen
- die verwendeten Berechnungsmethoden
- alle erforderlichen Parameter
Sie sind daher für Marktüberwachungsbehörden nicht ausreichend.
Die Verwendung unvollständiger Berichte kann dazu führen, dass fehlerhafte Daten in EPREL eingetragen werden und Produkte registriert werden, die nicht den EU-Vorschriften entsprechen.
Benötigen Sie Unterstützung bei der EPREL-Registrierung?
Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Ihre Dokumentation alle Anforderungen erfüllt, lohnt sich eine professionelle Prüfung bereits vor der Registrierung. Dadurch können Prüfberichte analysiert, Berechnungen überprüft und die Einhaltung der Ökodesign-Anforderungen bewertet werden. Die Vorbereitung einer vollständigen Dokumentation reduziert das Risiko von Korrekturen, Verzögerungen und möglichen Sanktionen bei Marktüberwachungen.
Das RCC-Team unterstützt Hersteller und Importeure in jeder Phase des Prozesses – von der Prüfung der technischen Dokumentation über die Bewertung der Parameter bis hin zur Vorbereitung und Registrierung der Produkte in der EPREL-Datenbank. So verläuft der gesamte Prozess effizient und strukturiert.
Wenn Sie Ihr Produkt vor der Registrierung überprüfen möchten oder umfassende Unterstützung benötigen, laden wir Sie ein, sich mit nserem Angebot vertraut zu machen und Kontakt mit den RCC-Experten aufzunehmen.